Was ist der REM-Schlaf und warum ist er wichtig?

Wenn Du Dich am Morgen nach dem Schlaf gut an einen sehr intensiven Traum erinnerst, dann hattest Du vermutlich einen ausgeprägten REM-Schlaf. In dieser Schlafphase passiert vor allem sehr viel in Deinem Gehirn, weswegen sie für Deine mentalen Fähigkeiten überaus wichtig ist. Durch einfache Maßnahmen ist es Dir möglich, Deinen REM Schlaf für ein besseres Wohlbefinden zu optimieren.


13.10.2023


Inhaltsverzeichnis

Was ist REM-Schlaf?

Der REM Schlaf ist eine faszinierende Phase im menschlichen Schlafzyklus. Während des Schlafs durchläuft Dein Körper mehrere Schlafphasen, zu denen der Non-REM Schlaf und der REM-Schlaf gehören. Sie unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht voneinander.


So erhielt der REM Schlaf seinen Namen aufgrund schneller Augenbewegungen, die für diese Schlafphase charakteristisch sind: REM für „Rapid Eye Movement". Während dieser Phase Deines Schlafens sind die Augen sehr aktiv und Du träumst lebhaft. Diese Traumphasen können sehr realistisch und emotional intensiv sein, sodass Dich ihr Grundgefühl noch in den Morgen hinein begleitet.


Im Vergleich zum Tiefschlaf, der eine andere wichtige Phase des Schlafzyklus ist, ist der REM Schlaf eher durch eine erhöhte Gehirnaktivität gekennzeichnet. Während des Tiefschlafs findet vor allem die körperliche Erholung statt, während der REM Schlaf eher auf die geistige und emotionale Verarbeitung abzielt.

Was passiert während des REM-Schlafs?

Während des REM Schlafs finden verschiedene körperliche und geistige Prozesse statt, die diese Schlafphase einzigartig machen. Zum einen ist die Gehirnaktivität während dieser Schlafphase äußerst intensiv und ähnelt der Aktivität im Wachzustand. Jetzt sind vor allem Regionen des Gehirns aktiv, die mit Emotionen, kreativem Denken und der Verarbeitung von Informationen in Verbindung stehen.


Es wundert daher kaum, dass Du während des REM Schlafs besonders viel und intensiv träumst. Die Träume tragen dazu bei, emotionale Eindrücke zu verarbeiten, Ängste zu bewältigen und kreatives Denken zu fördern. Da Du nun auch die Erinnerungen des vergangenen Tages verarbeitest und in Langzeitgedächtnisstrukturen integrierst, ist der REM Schlaf ebenfalls für die Gedächtnisbildung von Bedeutung. Sie unterstützt das Lernen und die Informationsverarbeitung.


Ähnlich wie für die Gedächtnisbildung greift für die Emotionsverarbeitung. Während des REM Schlafs setzt Du Dich mit emotionalen Erlebnissen auseinander. Dies kann dazu beitragen, Stress abzubauen und belastende Emotionen zu regulieren.


Und aus einem weiteren Grund ist der REM Schlaf so faszinierend: Währenddessen erfolgt eine weitgehende Muskelentspannung. Die Muskulatur ist so inaktiv, dass Du keine größeren körperlichen Bewegungen ausführst. Das dient als Schutzmechanismus, um Schlafwandeln oder andere unkontrollierte Handlungen zu verhindern.

Ist REM-Schlaf das gleiche wie Tiefschlaf?

Nein, REM Schlaf und Tiefschlaf sind nicht das gleiche, sondern zwei völlig unterschiedliche Schlafphasen mit jeweils eigenen Merkmalen. In der REM Schlafphase träumst Du sehr intensiv und Dein Gehirn ist überaus aktiv. Beim Tiefschlaf hingegen bewegen sich Deine Augen nicht, Träume gibt es nur selten und Deine Gehirnaktivität ist stark gedämpft. Es ist die Zeit der Erholung und Regeneration des Körpers.

REM-Schlaf und Tiefschlaf haben somit unterschiedliche Funktionen und Wirkungen auf Körper und Geist. Beide sind wichtige Bestandteile des Schlafzyklus, der sich während einer Nacht wiederholt und zur Erholung und Aufrechterhaltung Deiner Gesundheit beiträgt.

Warum ist REM-Schlaf so wichtig?

Für Deine seelische und körperliche Gesundheit ist der REM Schlaf überaus wichtig. Seine Vorteile und seine Aufgaben sind:

1. Du verarbeitest emotionale Eindrücke, wodurch Du an emotionaler Stabilität gewinnst und Stress abbaust.

2. Du verarbeitest Informationen und Dein Gehirn speichert wichtige Dinge im Langzeitgedächtnis ab.

3. Dein Gehirn ist jetzt in den Regionen aktiv, die für das kreative Denken und Problemlösungen verantwortlich sind. Über Nacht kommst Du so zu neuen Ideen und Lösungsansätzen.

4. Du bewältigst mit den lebhaften Träumen im REM Schlaf ungelöste Konflikte und Ängste. Auch unterbewusste Bedürfnisse finden so Ausdruck.

5. Dein Körper füllt sich mit Energievorräten auf und das Körpergewebe erneuert sich.

6. Der REM Schlaf reguliert als einer der Schlafphasen den gesunden Schlafzyklus. Störungen des REM Schlafs führen langfristig zu Schlafproblemen.

Wie viel REM-Schlaf brauchen wir?

Die Menge an REM Schlaf, die eine Person benötigt, variiert. Eine grobe Faustformel gibt an, dass der REM Schlaf etwa 20 bis 25 % des gesamten Schlafzyklus bei einem erwachsenen Menschen ausmacht. Das entspricht ungefähr eineinhalb bis zwei Stunden pro Nacht.


Im Laufe eines Lebens verändert sich die optimale Menge an REM Schlaf. Säuglinge und Kleinkinder haben einen relativ hohen Anteil an REM Schlaf haben. Mit zunehmenden Alter nimmt er ab.


Ob Du ausreichend REM Schlaf bekommst, zeigt Dir Dein Wohlbefinden. Wenn Du Dich ausgeruht und wach fühlst sowie keine Anzeichen von Schlafmangel oder Schlafstörungen hast, driftest Du vermutlich ausreichend lange in den REM Schlaf und in den anderen Schlafphasen ab.

Was ist die REM-Schlaf-Verhaltensstörung?

Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung ist eine Schlafstörung, bei der die normalerweise während des REM-Schlafs auftretende Muskelentspannung fehlt. Infolgedessen können Menschen mit dieser Störung während des Schlafens ungewöhnliche und manchmal gefährliche Verhaltensweisen zeigen.


Typische Merkmale der REM-Schlaf-Verhaltensstörung sind:

  • Aktive Bewegungen: Während des REM Schlafs sprechen die Betroffenen oder sie schreien, schlagen, treten oder bewegen sich anderweitig.
  • Lebhafte Träume: Menschen mit der Störung berichten häufig von lebhaften und oft beängstigenden Träumen. Diese Träume führen zu den ungewöhnlichen motorischen Reaktionen im Schlaf.
  • Mangelnde Muskelentspannung: Im Gegensatz zu einem „normalen“ REM Schlaf, bei dem die Muskeln weitgehend inaktiv sind, tritt bei der Störung keine Muskelentspannung auf.

    Die Ursache der REM-Schlaf-Verhaltensstörung ist nicht immer klar. Sie kann sich durch neurologische Erkrankungen wie Parkinson-Krankheit, Multisystematrophie, Lewy-Körperchen-Demenz oder Multipler Sklerose begründen. Auch einige Medikamente haben diese Störung als Nebenwirkung. Behandeln lässt sie sich durch ganz unterschiedliche Maßnahmen, die stark von der Ursache abhängen. Einigen Betroffenen ist bereits mit einem veränderten Lebensstil oder einem Absetzen bestimmter Medikamente geholfen. Bei anderen ist die Grundbehandlung einer neurologischen Erkrankung erforderlich oder die gezielte Einnahme von Melatonin.

Wie kann ich meinen REM-Schlaf verbessern?

Die Qualität des REM Schlafs kannst Du oft ganz ohne den Einsatz von Medikamenten verbessern. Hier sind sechs wertvolle Tipps, die sich leicht realisieren lassen:


1. Mach Dir einen Schlafzeitplan: Dies klingt aufwendiger, als es ist. Versuch einfach, zu ähnlichen Zeiten ins Bett zu gehen und am nächsten Morgen zur gleichen Zeit aufzustehen. Dadurch regulierst Du Deinen Schlafzyklus – einschließlich die REM Schlafphase.


2. Achte darauf, was Du isst und trinkst: Bereits mehrere Stunden vor der geplanten Bettruhe, solltest Du auf Alkohol und Koffein verzichten. Sie beeinträchtigen einen gesunden Schlafzyklus und damit auch den REM Schlaf. Gleiches zählt für schwere Speisen und zu viel Zucker.


3. Sport vor dem Schlafen begrenzen: Sport tut gut, aber sehr anstrengende körperliche Bewegungen direkt vor dem Schlafen stimulieren das Nervensystem. Du fühlst Dich dann wacher. Leichter Sport vor dem Schlafen ist jedoch okay und kann sogar förderlich sein.


4. Führe Entspannungsübungen vor dem Schlaf durch:Entspannungsübungen wie Yoga, Meditation oder Atemtechniken helfen dabei, Stress abzubauen und den Geist zu beruhigen. Du schaltest einen Gang runter, was den Übergang in den REM Schlaf erleichtert.


5. Sorge für eine schlaffördernde Umgebung: Licht, Fernseher oder Smartphone sowie Lärm beeinträchtigen alle Schlafphasen und damit auch den REM Schlaf. Einige Menschen empfinden jedoch ein leichtes Meeresrauschen oder ein kleines Nachtlicht als angenehm. Teste aus, was Dich am besten in den Schlaf bringt und schlafen lässt.


6. Kuschel Dich in eine Gewichtsdecke ein: Eine Gewichtsdecke trägt direkt zu einer beruhigenden, angenehmen Schlafumgebung bei. Das liegt an dem zusätzlichen Gewicht der Decke, welches dabei hilft, Stress abzubauen und die Entspannung zu fördern. Und das verbessert Deine Schlafqualität und damit die REM Schlafphase.


Die Anwendung dieser Tipps kann dazu beitragen, Deinen Schlafzyklus zu optimieren und die Chancen auf einen gesunden REM Schlaf erhöhen. Teste selbst, was Dir guttut.